Versteckte Website-Kosten: Diese Posten gehören ins Angebot
Nicht der Erstellungspreis entscheidet
Ein Website-Angebot wirkt günstig, wenn nur die Gestaltung und Entwicklung genannt werden. Für die tatsächlichen Kosten zählen jedoch auch Betrieb, Pflege und spätere Änderungen. Fehlen diese Angaben, lässt sich das Angebot kaum mit einem betreuten Monatsmodell oder einem anderen Kaufangebot vergleichen.
Verdeckte Kosten sind nicht zwangsläufig unzulässige Gebühren. Häufig sind es schlicht Leistungen, die im ersten Angebot nicht enthalten waren oder deren Bedarf erst später auffällt. Die beste Vorsorge ist eine vollständige Leistungsbeschreibung.
Dieser Beitrag behandelt die laufenden und oft übersehenen Kosten im Detail. Einen Überblick über Erstellungspreise und die verschiedenen Wege zur eigenen Website gibt der Beitrag Was kostet eine Website?.
1. Domain und E-Mail-Postfächer
Eine Website, eine Domain und E-Mail sind getrennte Leistungen. Klären Sie:
- Wer registriert und bezahlt die Domain?
- Auf wen wird sie registriert?
- Wer besitzt die Zugangsdaten?
- Sind geschäftliche E-Mail-Postfächer enthalten?
- Was passiert bei einem Anbieterwechsel?
Eine Domain sollte nicht unbemerkt auf eine externe Person registriert sein. Das kann einen späteren Wechsel erschweren.
2. Hosting und technischer Betrieb
Ein Hosting-Tarif stellt zunächst nur Infrastruktur bereit. Entscheidend ist, wer den laufenden Betrieb verantwortet. Dazu können Zertifikate, Überwachung, Fehleranalyse, Sicherungen und die Wiederherstellung nach einer Störung gehören.
Fragen Sie im Angebot nach:
- Hostingstandort und eingesetzter Infrastruktur,
- enthaltenem Datenvolumen,
- Zuständigkeit bei Ausfällen,
- Sicherungen und Wiederherstellung,
- Protokollierung und eingebundenen Dienstleistern.
3. Wartung von System und Erweiterungen
Websites mit Redaktionssystem, Datenbank, Erweiterungen oder Benutzerkonten benötigen regelmäßige technische Pflege. Updates können Sicherheitslücken schließen, aber auch zu Konflikten führen. Deshalb sollte nicht nur das Einspielen, sondern auch eine Prüfung danach vorgesehen sein.
Statisch ausgelieferte Websites haben weniger bewegliche Teile, sind aber ebenfalls nicht wartungsfrei. Abhängigkeiten, Formulare, externe Dienste und Browserdarstellung müssen bei Änderungen geprüft werden.
4. Lizenzen und externe Anwendungen
Zusätzliche Kosten können beispielsweise entstehen für:
- professionelle Schrift- oder Bildlizenzen,
- Terminbuchung,
- Newsletter-Versand,
- Karten und Routenplanung,
- Zahlungsabwicklung,
- Übersetzungen,
- besondere Erweiterungen oder Datenbanken.
Tarife externer Anbieter ändern sich. Ein gutes Angebot nennt deshalb nicht nur einen alten Preis, sondern auch, wer den Vertrag abschließt und wer künftige Preisänderungen trägt.
5. Texte, Bilder und rechtliche Inhalte
„Website-Erstellung“ bedeutet nicht automatisch, dass Texte, Fotos, Logo und Rechtstexte neu erstellt werden. Prüfen Sie, wer welche Inhalte liefert und in welchem Format sie benötigt werden.
Typische Zusatzleistungen sind:
- Texterstellung oder redaktionelle Überarbeitung,
- professionelles Fotoshooting,
- Bildauswahl und Lizenzierung,
- Logo- oder Markenentwicklung,
- Übersetzung,
- individuelle rechtliche Beratung.
Gerade echte Team-, Raum- und Projektbilder können den Unterschied zwischen einer austauschbaren und einer glaubwürdigen Website ausmachen. Dafür sollte ein eigenes Budget vorgesehen werden.
6. Kleine Änderungen nach dem Start
Öffnungszeiten, Preise, Team und Angebote bleiben selten über Jahre unverändert. Klären Sie vorab:
- Können Sie Inhalte selbst bearbeiten?
- Gibt es eine Schulung?
- Wie werden kleine Änderungen berechnet?
- Gilt eine Mindestabrechnung?
- Wie schnell werden dringende Korrekturen umgesetzt?
Bei TTT Digital enthält jedes Paket ein festes monatliches Kontingent: eine kleine Änderung im Starter-, zwei im Business- und vier im Premium-Paket.
7. Neue Seiten und Funktionen
Ein neues Textfeld ist keine neue Anwendung. Shop, Mitgliederbereich, Mehrsprachigkeit, Schnittstelle oder umfangreiche Standortstruktur benötigen Konzeption und Tests. Solche Erweiterungen sollten als eigenes Projekt mit Preis und Abnahmekriterien angeboten werden.
Fragen Sie deshalb schon beim ersten Angebot, wie Erweiterungen berechnet werden: als Festpreis, nach Stunden oder über einen Paketwechsel. Ein genannter Stundensatz macht spätere Angebote nachvollziehbar.
8. Datenschutz und Einwilligungen
Jeder neue externe Dienst kann die Datenschutzerklärung verändern. Wird für einen Dienst eine Einwilligung nötig, kommt oft ein Einwilligungswerkzeug hinzu, das je nach Anbieter einen eigenen Tarif hat. Rechtstexte aus einem Generator oder von einer Kanzlei können ebenfalls laufende Kosten verursachen, wenn sie regelmäßig aktualisiert werden.
Wer externe Dienste sparsam einsetzt, vermeidet viele dieser Folgekosten. Wann eine Einwilligung tatsächlich nötig ist, erklärt der Beitrag Cookie-Banner: Wann eine Einwilligung nötig ist.
9. Relaunch, Umzug und Weiterleitungen
Bei einer vorhandenen Website gehört mehr zum Wechsel als das Kopieren von Texten. Alte Adressen können in Suchergebnissen, Verzeichnissen und auf anderen Websites verlinkt sein. Ohne passende Weiterleitungen landen Besucher auf Fehlerseiten.
Ein Relaunch-Angebot sollte daher enthalten:
- Bestandsaufnahme der bisherigen Seiten,
- Zuordnung alter und neuer Adressen,
- Weiterleitungen,
- Übernahme wichtiger Seitentitel und Inhalte,
- Prüfung interner Links,
- Kontrolle nach Veröffentlichung.
10. Beendigung der Zusammenarbeit
Dieser Punkt wird oft erst bei der Kündigung besprochen. Klären Sie ihn vorher:
- Wem gehören Domain, Texte und Bilder?
- Erhalten Sie Website-Daten oder Quellcode?
- Ist eine Übergabe im Preis enthalten?
- Wie lange bleiben Daten verfügbar?
- Wer unterstützt den neuen Anbieter?
Bei TTT Digital wird die Website nach Vertragsende deaktiviert. Eine Übergabe von Website-Daten kann individuell gegen gesonderte Vergütung vereinbart werden. Vom Auftraggeber gelieferte Inhalte bleiben dessen Eigentum.
11. Eigene Arbeitszeit
Ein Posten steht in keinem Angebot: Ihre eigene Zeit. Inhalte zusammenstellen, Entwürfe prüfen, Texte freigeben und Änderungswünsche formulieren kostet Stunden im Betrieb. Wer die Website selbst pflegt, prüft zusätzlich Updates und Formulare.
Legen Sie fest, wer im Unternehmen dafür zuständig ist und wie viel Zeit im Monat realistisch zur Verfügung steht. Eine günstige Lösung mit hohem Eigenaufwand kann teurer sein, als sie auf dem Angebot aussieht.
Laufende Kosten über drei Jahre planen
Ein Vergleich über den ersten Monat oder das erste Jahr greift zu kurz. So erstellen Sie eine belastbare Planung:
- Legen Sie einen Zeitraum fest, zum Beispiel drei Jahre.
- Tragen Sie die Erstellung und alle laufenden Posten aus diesem Beitrag je Jahr ein.
- Ergänzen Sie geplante Änderungen und absehbare Erweiterungen.
- Notieren Sie bei jedem Posten, wer den Vertrag abschließt und wer Preisänderungen trägt.
- Vergleichen Sie erst dann die Summen verschiedener Angebote.
Steht ein Monatsmodell einem Einmalprojekt gegenüber, können Sie beide mit dem Kostenrechner und eigenen Werten über fünf Jahre vergleichen.
Was bei TTT Digital im Monatspreis enthalten ist
Damit Sie unsere Pakete mit anderen Angeboten vergleichen können, hier die Abgrenzung im Überblick.
Enthalten:
- Gestaltung und Umsetzung der Website,
- Hosting mit SSL-Zertifikat,
- technische Wartung und Updates,
- Support per WhatsApp und E-Mail, ab dem Business-Paket auch per Telefon,
- ein, zwei oder vier kleine Änderungen pro Monat,
- keine Einrichtungsgebühr.
Nicht enthalten, sofern nicht ausdrücklich vereinbart:
- Erstellung von Texten, Bildern, Grafiken oder Videos,
- Domain-Registrierung und E-Mail-Hosting,
- Suchmaschinenoptimierung über die technische Grundoptimierung hinaus; Standortseiten sind im Premium-Paket enthalten,
- Werbeanzeigen und Social-Media-Betreuung,
- rechtliche Prüfung von Inhalten,
- Tarife externer Dienste wie Buchungssysteme.
Größere Erweiterungen wie neue Unterseiten oder zusätzliche Funktionen bieten wir vorab an. Grundlage ist ein Stundensatz von 95 €. Die Mindestlaufzeit beträgt zwölf Monate.
Checkliste für ein vollständiges Angebot
Ein belastbares Angebot beantwortet mindestens diese Fragen:
- Welche Seiten und Funktionen werden erstellt?
- Wer liefert Texte, Bilder und rechtliche Inhalte?
- Sind Domain und E-Mail enthalten?
- Wer übernimmt Hosting und Wartung?
- Welche Lizenzen und externen Tarife kommen hinzu?
- Wie werden Änderungen abgerechnet?
- Was kostet eine Erweiterung außerhalb des Pakets?
- Welche Laufzeit und Kündigungsfrist gelten?
- Welche Rechte und Daten erhalten Sie nach Vertragsende?
- Wer kümmert sich bei einem Relaunch um Weiterleitungen?
Fazit
Der niedrigste Erstellungspreis ist nicht automatisch das günstigste Angebot. Entscheidend ist, welche Aufgaben im ersten, zweiten und dritten Jahr anfallen und wer dafür verantwortlich ist. Je klarer Betrieb, Änderungen und Vertragsende geregelt sind, desto verlässlicher lässt sich das Budget planen.
Bereit für Ihre neue Website?
Lassen Sie uns in einem kostenlosen 15-Minuten-Gespräch besprechen, welche Website zu Ihrem Unternehmen passt.
Kostenloses Beratungsgespräch buchen
Tom Trögler
Inhaber von TTT Digital in Neuried. Konzeption, Umsetzung und laufende Betreuung kommen aus einer Hand.
Mehr über den Autor →Weitere Artikel
Was kostet eine Website? Preise verständlich erklärt
Was kostet eine Website? Erfahren Sie, welche Leistungen den Preis bestimmen, welche laufenden Kosten entstehen und was bei Angeboten wichtig ist.
Website im Abo: Vorteile, Nachteile und Vertragsfragen
Website im Abo: Vor- und Nachteile, Laufzeit, Kündigung und Nutzungsrechte verständlich erklärt. Mit Checkliste, um seriöse Anbieter zu erkennen.
Website mieten oder kaufen? Modelle transparent vergleichen
Website mieten oder einmalig kaufen? Vergleichen Sie Kaufpreise, laufende Kosten, Nutzungsrechte und den Break-even beider Modelle mit klarer Checkliste.